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| IE-Gang: Laura, Julian, Nathi, Sam und ich (v.l.n.r.) |
Mit dem Visum hat alles gut geklappt
und so bin ich am Samstag, 19.März, in den Flieger gestiegen. Beim Umsteigen in
Brüssel hab ich dann Julian, Sam (auch 2 IEler) und die Schwester von Nathi mit
ihrer Familie (Mann + 2 Kinder) getroffen. Nach ca. 6h Flug sind wir am Abend
in Ouagadougou gelandet und es war ziemlich warm. In der einzigen Ankunftshalle
hat die Passkontrolle etwas lang gedauert aber das war uns bei der Aufregung
eigentlich ziemlich egal. Am Ausgang hat uns dann schon Nathi mit Karim und
ihren Eltern erwartet und nachdem Laura (ex-IElerin) auch noch gelandet ist,
sind wir gemeinsam mit einem Minibus zu unserem Hotel gefahren. Erster
Eindruck: Hitze, keine hohen Gebäude und eher schlecht Straßen – aber die
Stimmung hat gepasst!
| Unsere Gruppe mit einem Dorfoberhaupt (in bunt) |
Am nächsten Tag sind wir wann das
erste Mal bei Tageslicht aus unserem Hotel gegangen um Geld zu holen und den
Markt zu besichtigen, der direkt gegenüber von unserer Unterkunft war. Obwohl
es erst 10 am Vormittag war, war es schon extrem heiß – von diesem Moment an
haben wir gelernt, immer Kopfbedeckung mitzunehmen. Und wir sind natürlich
aufgefallen. Eine große Gruppe von Weißen (schlussendlich waren wir 12) sieht
man in Burkina Faso nicht alle Tage. Was mir am ersten Tag aber vor allem
aufgefallen ist, waren: 1. die große Anzahl von Frauen, die Fahrrad fahren
(vielleicht bin ich da etwas Kairo-geschädigt); 2. Die vielen schönen bunten
Kleidungen, die Männer und Frauen tragen; 3. Die Tatsache das wir ständig
beobachtet werden aber in einer Art und Weise, die auf reiner Neugier beruht
und nicht (oder nur sehr selten) ungut ist. Zu Mittag war die Hitze dann so
groß, dass wir zurück gegangen sind und erst wieder am Abend raus gegangen sind
um ein Bier trinken zu gehen. Es hat sich schnell gezeigt, dass man generell
von 12 bis 4 oder 5 am Nachmittag eigentlich nichts machen kann außer zu
chillen weil es einfach zu heiß ist (40 Grad im Schatten).
| Krokodilfütterung |
Am nächsten Tag sind wir deshalb
früh los um Krokodile zu sehen. War zwar ganz nett aber der interessante Teil
ist danach gekommen. Auf dem Weg zu den Krokodilen haben wir nämlich das
Hoheitsgebiet von einem Dorf gequert und so mussten wir am Weg zurück in dem
Dorf halt machen und dem Dorfoberhaupt/König unseren Respekt bringen, indem wir
ihm die Hand schütteln. Das gleiche haben wir dann noch ein einem anderen Dorf
machen müssen, wobei wir dort länger geblieben sind und auf „Dolo“ eingeladen wurden
– ein Hirsebier, dass in jedem Dorf gebraut wird und zu Feierlichkeiten
getrunken wird. Schmeckt ein bisschen wie Cidre.
In Burkina Faso basiert alles sehr
stark auf Respekt und hier gilt: Alter geht vor. Immer. Nathis Eltern (und vor
allem ihr Vater) wurden somit immer als erstes angesprochen und begrüßt. Kinder
haben somit auch generell ein ganz anderes Verhältnis zu ihren Eltern – totaler
Respekt und Unterwürfigkeit, man darf den Eltern und älteren Personen nicht in
die Augen sehen.
| Im Kinderzentrum |
Am Dienstag sind wir dann mit einem
klimatisierten Linienbus nach Bobo-Dioulasso gefahren und haben dort unsere
Unterkunft bezogen. Hier war es zumindest ein-zwei Grad kühler – einen
Unterschied den man schon bemerkt aber die Hitze macht trotzdem fertig.
Bobo-Dioulasso ist die zweitgrößte Stadt Burkina Fasos und hat kulturell mehr
zu bieten. Wir waren im nationalen Musik Museum, bei der Brakina Brauerei, im
großen Markt, in einer wirklich schönen und (für mich) ziemlich ungewöhnlichen
Moschee und haben das Kinderzentrum besucht, in dem Nathi vor 9 Jahren
gearbeitet hat.
Außerdem haben wir uns
Hochzeitsgewand schneidern lassen. Das war natürlich ein ziemliches Highlight.
Gegen Abend sind wir zu Fuß zur Schneiderei, die aus genau einem kleinen Zimmer
besteht, gegangen und haben uns dort aus Katalogen ausgesucht, welchen Schnitt
wir haben wollen. Den Hochzeitsstoff haben Nathi und Karim schon vorher
ausgesucht – einfach nur bunt, besser kann man es nicht beschreiben.
| Beim Schneider |
Nachdem
der Schneider dann unsere Maße genommen hat, sind wir im (wirklich!) Dunkeln
zurück zu unserer Unterkunft gegangen. Wir waren alle etwas kritisch da sich
der Schneider nur die Maße aber nicht die verschiedenen Modelle und Wünsche von
uns 12 aufgeschrieben hat. Er ist dann wirklich noch einmal gekommen um sich
zumindest die Namen aufzuschreiben. Zwei Tage später habe ich dann zwar ein
anderes Modell als eigentlich gedacht bekommen (er hat zwei Namen und Modelle
vertauscht) aber da wir schon am nächsten Tag für die Hochzeit ins Dorf
gefahren sind, war nicht mehr viel Zeit für Änderungen und es hat im Großen und
Ganzen ja eh gepasst.
| Straße nach Fara |
| Unser Schlafplatz |
Am Abend gab es dann ein Event für
die Frauen des Dorfes. In Vorbereitung für die Hochzeit kam eine Musikerin mit
Trommel zum Dorfmittelpunkt. Als sie angefangen hat zu singen und zu trommeln,
sind alle Frauen vom Dorf gekommen und haben in einem Kreis getanzt. Nathi
musste als Braut natürlich mitmachen und so wurden auch wir mit rein gezogen.
Die Männer durften nur zusehen. Das Getrommel ging noch lange weiter,
irgendwann haben wir uns aber verabschiedet.
| Ostereier-Aktion |
| IElerInnen in Festkleidung |
| Baumwolle |
Am nächsten Tag musste Nathi dann in
der Früh den Dorfältesten Frauen Wasser vom Brunnen bringen, um so ihren
Respekt zu bringen. Das hat natürlich seine Zeit gedauert und nachdem wir uns
dann offiziell von den Dorfältesten verabschiedet haben, sind wir am Nachmittag
zurück nach Bobo-Dioulasso gefahren. Ich habe mich selten so sehr über eine
Dusche gefreut! Der Staub war einfach überall.
| Beim Wasser holen hat Nathi netterweise Unterstützung bekommen |
| Seifenblasen-Aktion zum Abschied im Dorf |
Nun ging es um das richtige Feilschen. Als Faustregel galt dabei: nicht mehr als die Hälfte des geforderten Preises zahlen und bei 1/3 beginnen. Wir IEler haben es diese Mal ohne Karim versucht und uns alleine auf die Suche gemacht. Wahrscheinlich hätte er noch billigere Preise erzielt aber so war es auch eine richtig gute und lustige Erfahrung. Das Ambiente war wirklich gut, leider haben wir am nächsten Tag in der Früh am Weg zur Nilpferdbeobachtung gesehen, wie die Stände lichterloh gebrannt haben. In der Zeitung haben wir dann später erfahren, dass die Kulturwoche geschlossen wurde.
| Sicher zurück von der Nilpferdbeobachtung |
Tja, und das waren so ziemlich die
Highlight aus Burkina. Am nächsten Tag sind wir zurück nach Ouagadougou
gefahren und von dort zurück nach Europa. Ach ja, da war noch kurz der
Zwischenfall mit dem geschlossenen Flughafen in Brüssel, der uns etwas
Kopfzerbrechen bereitet hat. Aber schlussendlich hat sich alles gut ergeben.
Später folgen mehr Bilder.
Später folgen mehr Bilder.

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