Freitag, 10. April 2015

Aller Anfang ist schwer.

Natürlich bin ich nicht davon ausgegangen, dass der Einstieg in ein komplett neues Umfeld problemlos verläuft. Darauf habe ich mich nach Spanien und Peru eindeutig eingestellt. Trotzdem ist Kairo nun doch nochmal eine etwas andere Größenordnung. Die Stadt wirkt auf mich nach dem ersten Tag riesig, laut, chaotisch und staubig (Kontaktlinsen sind suboptimal). Außerdem verstehe ich kein Wort und ich falle überall extrem auf. Ideale Ausgangsbedingungen also. 
Spuren der Revolution
Gestern Abend bin ich am Flughafen in Kairo angekommen, wo mich der nette Fahrer Mahrous wie vereinbart angeholt und zu meinem neuen Zuhause gebracht hat. Ein Teil der Wohnung ist anscheinend für Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen gedacht, überall hängen Gemälde und Kunstwerk, es gibt auch ein Klavier. Der andere Teil ist als Wohnbereich eingerichtet mit Küche, Bad und zwei (?) Zimmern. Die Wohnung liegt am Ostufer des Nils, sehr zentral.

Heute war also der erste Tag an dem ich mich „hinausgewagt“ habe u.a. um Trinkwasser und was zu Essen zu kaufen. Nachdem ich mir mit der Karte aus meinem Touriführer einen ungefähren Plan gemacht habe, bin ich also einfach mal losgegangen. Wirklich Ahnung hatte ich eigentlich nicht aber für die ungefähre Richtung hat es gereicht. Nach ca. 2h hat es mir dann auch schon wieder fürs erste gereicht, meinen ersten Eindruck hab ich ja schon oben beschrieben.

Ich wohne gleich neben dem Tahrir Platz
Später am Nachmittag bin ich dann noch einmal raus gegangen, so leicht wollte ich mich nicht geschlagen geben. Der Unterschied zum Vormittag war enorm. Vor bzw. während dem Freitagsgebet war „nichts“ auf den Straßen los, verglichen mit danach. Auch wurde mir jetzt erst bewusst, wie sehr ich auffalle und welche Auswirkungen das hat. Immer und überall werde ich angeschaut, alle Taxis wollen mit mitnehmen, und Männern sprechen mich auf Englisch an, zuerst um nur nett zu plaudern, dann um mir irgendwas zu verkaufen. Dagegen muss ich mir noch eine effektive Strategie überlegen. Naja, ich habe ja 4 Monate Zeit.

Positiv muss man noch anmerken, dass wirklich alle Menschen sehr freundlich wirken. Die, die mit mir reden wollen zwar nur was verkaufen aber auch sonst habe ich noch keine unfreundliche Geste mitbekommen. Selbst das ständige Hupen von den Autos ist mehr als netter Hinweis und nicht als aggressives Beschweren gemeint. Trotzdem musste ich mich heute schon ein paar Mal überwinden um über die Straße zu kommen^^

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