Lange hatten wir schlussendlich aber
eh nicht Zeit das Studentenleben und unsere neue Wohnung zu genießen. Nach
einer Woche sind wir schon in den nächsten Flieger gestiegen – dieses Mal nach
Warschau. Dort hat nämlich das Intensive Program von NOHA stattgefunden, bei
dem alle NOHAs der 8 Unis zusammengekommen sind (ca. 140). Prinzipiell lief das Ganze wie eine ein-wöchige Konferenz ab. Jeden Tag ca. 8h Vorträge und
Workshops zu verschiedenen Themen von Humanitarian Action. War (fast) alles
interessant aber sehr (zu!) intensiv.
Natürlich kam das Soziale nicht
zu kurz. Einerseits lernten wir die NOHAs von Uppsala besser kennen (alle sehr
cool!!), andererseits war es auch interessant mit den NOHAs der anderen Unis zu
sprechen, vor allem mit denen vom 2. Semester. Von Warschau selbst haben wir
leider nicht so viel gesehen, außer mal abends bei einem Bier oder so. Was wir
von der Innenstadt gesehen haben, war aber sehr schön.
Das Highlight der Woche war für Alle
aber eindeutig der „Simulation day“, der am vorletzten Tag stattfand. Mit einem
Bus wurden wir zu einem Übungsplatz des polnischen Militärs gefahren und in
Gruppen eingeteilt. Der Himmel war grau und es hat immer wieder geregnet,
perfekte Stimmung also. Den ganzen Tag durchliefen wir dann verschiedene
Stationen, die mögliche Aspekte in Krisenregionen veranschaulichten und uns ein
paar Tipps & Tricks für deren Bewältigung boten.
Die erste Station von meiner Gruppe
war gleich einmal ein möglicher Granaten- oder Bombenwurf in unserer Umgebung
und wie man sich dabei verhält. Also mussten wir uns gleich in der Früh bei
strömenden Regen alle irgendwo in der Pampa so schnell wie möglich auf den
Boden werfen und dann in Sicherheit laufen, krabbeln oder robben (je nach
Situation versteht sich). Bei der Zündung des ersten Krachers/Feuerwerks (??
... auf jeden Fall hat es laut geknallt) waren wir alle ziemlich überrascht und
nahmen es von da an auch ernster.
Nach einer Stunde hieß es dann
Wechsel. Die Anweisung für die nächste Übung war, einfach nur in ein verlassenes
Haus zu gehen (mittlerweile nahmen wir Anweisungen ernst ;)). Im Haus kamen
dann maskierte, bewaffnete Männer auf uns zu und wir wurden Geisel genommen.
Wir haben es schon geahnt aber dann tatsächlich in der Situation zu sein, ist
doch nochmal was anderes. Kartoffelsack über den Kopf, Hände gefesselt und dann
wurden wir in einen anderen Teil des Hauses geführt, wo wir die restliche Zeit
eigentlich nur gewartet haben (in verschiedenen Positionen), mit einzelnen
Verhören. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, ein Mädl ist ziemlich
ausgeflippt und hat zu weinen angefangen (so schlimm war es aber echt nicht!).
Andere Übungen waren nicht so
„wild“. Uns wurde gezeigt, wie man Kompass und Karte verwendet (juhuu kann ich
schon), es gab eine Erste Hilfe Einheit, Verhalten wenn man von einem Hund
angegriffen wird, Selbstverteidigung, was macht man bei einem Checkpoint und wie
kommt man so schnell wie möglich aus einem Auto.
Beim Lagerfeuer am Ende des Tages
konnten wir uns dann aufwärmen und Kräfte auftanken, Geschichten wurden
ausgetauscht und Pläne für den restlichen Abend/die Nacht wurden geschmiedet.
Immerhin war es unser letzter gemeinsamer Abend in Warschau und das
ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis musste ausgenutzt werden...
demensprechend mühsam war das Aufstehen und die Heimreise am nächsten Tag.



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