Und wieder mal was Neues
ausprobiert. Sandboarding! Eine extrem coole Sportart! Aber dazu später mehr.
Begonnen hat das Ganze als ich mit
ein paar FreundInnen beschlossen habe, übers Wochenende nach Fayoum zu fahren.
Die Oase ist ca. 2h von Kairo entfernt und wir haben uns für ein
Wochenendpacket von einem Tour-Anbieter entschieden. Die sind hier relativ
günstig (weniger als 50€ für 2 Tage all-inclusive) und werden von ÄgypterInnen
sehr gerne verwendet. Von den ca. 30 Leute waren nur 5 AusländerInnen dabei und
der Organisator hat (fast) kein English gesprochen.
So weit so gut. Wir sind also
Freitag mit einem Kleinbus losgefahren (natürlich 1h später als geplant –
Ägypten eben) und nach 2,5h am Nachmittag in „Wadi Al-Rayan“ unserem Basecamp
angekommen. Von der Megastadt zu kompletter Wüste & See war ein krasser
Wandel! Wir sind dann auch gleich zum See gegangen und sind – nein, nicht
schwimmen gegangen, wie man das bei ca. 40 Grad erwarten würde – sondern in
kleine Ruderboote gestiegen und ein bissl am See herumgefahren. War ganz nett,
am besten war, als auf einmal Alle angefangen haben Arabische Songs zu singen,
Stimmung hat also gepasst.
Dann ging es darum unsere Zelte
aufzustellen. Hier hat sich gezeigt, dass Campen in Ägypten anscheinend nicht
so beliebt ist. Es waren wirklich ganz normale Ein- bzw. 3-Personen Zelte, bei
denen man einfach nur 2 Zeltstangen durchziehen musste. Keine Ahnung was manche
Leute da angestellt haben aber selbst mit vorheriger Demonstration vom
Campleiter hat das Ganze ewig gedauert.
Nach dem Mittagessen um 6pm sind wir
dann wieder in den Bus gestiegen und zum Magic Lake gefahren – der Ort war nun
wirklich in der Wüste; weit und breit war kein Zeichen von Zivilisation zu
sehen. Langsam wurde es dunkel aber das schien niemanden zu beunruhigen.
Dort angekommen war es dann endlich
so weit: SANDBOARDING! Nach einer kurzen Einweisung auf Arabisch gings gleich
los. Die Boards sind vergleichbar mit der Form von Snowboards, jedoch aus Holz,
der bottom ist aus irgendeinem anderen glatten Material und statt sich richtig
einzuschnallen, schlüpft man nur barfuß hinein.
Mit dem Board ausgestattet geht es
also rauf auf die Düne. Oben angekommen muss man noch schnell das Board wachsen
und dann heißt es Mut fassen und losfahren. Theoretisch gibt es zwei Methoden:
entweder man steht oder man setzt sich einfach nur aufs Board und rutscht
runter. Ich muss wahrscheinlich nicht erwähnen, dass die 2. Option nicht
wirklich eine Option ist – für mich zumindest nicht. Vor dem ersten Versuch
kommt einem dann die kleine Düne auf einmal doch nicht so klein und flach vor,
wie sie von unten gewirkt hat. Aber was solls, schließlich bin ich hautsächlich
für diesen Augenblick gekommen. Und es klappt von Anfang an überraschend gut.
OK, ich habe natürlich einen klaren Vorteil, Sandboarding lässt sich aber eher
mit Snowboarden als mit Surfen vergleichen. Nach dem ersten Versuch, bei dem
ich einfach nur straight nach unten gefahren bin, habe ich mich auch an leichte
turns gewagt. Und es hat funktioniert, richtig gut sogar.
Mittlerweile war es komplett dunkel
und das einzige Licht kam vom Sternenhimmel – was sich jedoch als ideal
bewiesen hat. Eine Sanddüne hinaufzusteigen wird nach den ersten paar Malen
nämlich richtig anstrengend! Nach ca. 2h war ich dann mit meiner Energie am
Ende und es war Zeit für Lagerfeuer, Jam-Session, Marshmallows und
Beduinen-Tee. Davor bin ich jedoch noch schnell mit 2 Freunden in den Magic
Lake gesprungen. Das war zwar eigentlich nicht erlaubt aber dadurch dass es
dunkel war, hat es niemand wirklich mitbekommen. Schwimmen in kompletter
Dunkelheit unter dem Sternenhimmel hat eindeutig was!
Irgendwann sind wir dann wieder zu
unserem Camp zurück gefahren, dieses Mal am Dach vom Jeep. Abendessen gab es
dann ca. um Mitternacht, wir waren aber alle so hungrig, dass das egal war. Zum
Abschluss haben wir dann noch Lichtlaternen über den See aufsteigen lassen und
dann wäre eigentlich der Zeitpunkt gekommen um schlafen zu gehen, so richtig
funktioniert hat das aber natürlich nicht (zu lustige Leute, zu viele Moskitos
und zu laut bellende Hunde).
Am nächsten Tag war dann das Zelte
abbauen wieder ein großes Thema, dieses Mal könnte man es theoretisch auf den
Schlafmangel schieben. Nach dem Frühstück ging es dann wieder zu einer Düne um
nochmal zu sandboarden. Nicht Alle waren davon begeistert und haben sich nach
1-2x in den Schatten gesetzt oder Volleyball gespielt. Es war richtig heiß!
Aber immerhin komme ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell zurück und deshalb
habe ich das natürlich voll ausnutzen müssen – Hitzen hin oder her. Die meiste
Zeit war ich dann halt alleine auf der Düne aber da hab ich dann zumindest auf
niemanden Rücksicht nehmen müssen. Sandboarding ist extrem lässig – es kommt
zwar bei weiten nicht an Surfen ran (logisch) aber mit Snowboarden kann es
eindeutig mithalten. Natürlich nur nach meiner Einschätzung. Irgendwann kurz
vorm Hitzeschlag war es dann zum Glück Zeit zum Zurückfahren.
Nach einer intensiven
Wasserbombenschlacht im Camp war dann der Wasserfall angesagt. Hier hieß es
dann Schwimmen verboten für Frauen – WHAT?! Ich hab gedacht ich trau meinen Ohren nicht und hab eine
Diskussion mit dem Campleiter angefangen. Natürlich – andere Kultur, andere
Sitten usw. aber ich habe ja auch nicht geplant im Bikini hinzugehen.
Irgendwann hatte ich ihn dann so weit, dass er meinte, er werde die Situation
dort beurteilen und dann entscheiden. So wirklich vielversprechend klang das
nicht aber immerhin. Dort angekommen waren natürlich nur Männer im Wasser,
selbst am Ufer waren keine Frauen zu sehen. Der Campleiter hat dann mit den Leuten
die dort waren geredet und dann bekam ich das Zeichen, dass es ok ist. Menos
mal! Die Abkühlung war wirklich notwendig! Vor allem weil wir uns eh schon in
den Bus gesetzt habe und zurück ins chaotische Kairo gefahren sind.
Insgesamt also ein wirklich
spannendes Wochenende!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen