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| Aly & Youssef |
Etwas verspätet ein Beitrag über
meinen Urlaub in Dahab. Nachdem ich schon über ein Monat in meinem Praktikum
gearbeitet habe (was bedeutet täglich 8h vor dem PC zu sitzen), war es Zeit für
Urlaub. Das Wetter wird immer wärmer und so habe ich beschlossen mit ein paar
Freunden nach Dahab zu fahren. Der kleine Ort liegt am Roten Meer im Sinai,
wodurch ich von meiner Praktikumsstelle einen Wisch unterschreiben musste, in
dem ich bestätige, dass ich gegen ihre Empfehlung hinfahre und sie im
Schadensfall keine Verantwortung tragen. Klingt dramatischer als es ist. Am 1.
Juni ging es dann los:
Um ca. Mitternacht fährt der Bus
los, kurz darauf steigen Aly & Joussef dazu und nach anfänglichem Geplauder
stelle ich mich auf Schlafen ein. Es stellt sich aber heraus, dass das gar
nicht so einfach ist – insgesamt bleiben wir bei 11 Checkpoints stehen und
unsere Ausweise werden kontrolliert, 1 Mal muss der ganze Bus aussteigen und
das Gepäck wird überprüft. Mittelmäßig erholt und mit Verspätung kommen wir
dann um 9 in der Früh in Dahab an – egal, wir sind ja auf Urlaub :)
Wir werden von Ibrahim (einem
Freund, von einem Freund, von einem Freund etc.) am Bahnhof abgeholt und zu
einem kleinen Hotel direkt am Meer gebracht. Schnell wird auch noch ein
Spezialpreis für uns ausgehandelt. Ich mag Dahab schon jetzt! Dann erst Mal
frühstücken in einem typisch ägyptischen Lokal. Wir sind alle eher fertig und
der restliche Tag besteht aus chillen. Am Nachmittag gehen wir an den Strand
und JA ich kann im Bikini baden! Ist am Anfang ein bisschen strange aber
wirklich angenehm. Außerdem sind so viele halbnackte Russinnen unterwegs, dass
ich mir im Vergleich dazu konservativ vorkomme.
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| Plan B |
Am nächsten Tag gehen wir schon am
Vormittag an den Strand, am Nachmittag treffen wir Rebecca (D) und fahren um 4 Uhr
los Richtung Abou Ghaloum, einem kleinen Bedouinen Dorf direkt am Meer, in dem
wir übernachten wollen. Leider macht uns aber ein Checkpoint einen Strich durch
die Rechnung – sie lassen uns nicht durch weil es zu spät ist.
Ziemlich
ärgerlich aber als Plan B fahren wir zu einem anderen Strand und werden später
von Ibrahim zu sich nach Hause eingeladen. Er ist Chefkoch in einem noblen
Hotel und kocht für uns Kalamari und Fisch in seiner Wohnung. Plan B war also
auch nicht so schlecht!
Donnerstag Morgen kommt David (MEX)
aus Kairo nach und wir verbringen den Tag am Meer, schwimmen, schnorcheln und
chillen mit Bier auf einer Dachterrasse. Alles sehr entspannt, da wir am Abend
um 11.30 nach St.Catherine fahren.
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| Chillen auf der Dachterrasse |
St.Catherine ist ein Kloster am Fuß
des Berg Sinai (bzw. Mosesberg, auf dem Moses angeblich seine 10 Thesen von
Gott bekommen haben soll) und der Ausgangspunkt für eine spektakuläre
Wanderung. Um 2 Uhr Nachts kommen wir mit unserem Kleinbus an. Wieder gibt es
natürlich ein paar Checkpoints, nach dem Letzten können wir dann endlich
losgehen. Es ist dunkel, der Mond ist jedoch so groß, dass wir keine
Taschenlampen brauchen. Eigentlich sind wir mit einer kleinen Reisegruppe
gekommen, bald wählen Rebecca, Youssef, David und ich aber unser eigenes Tempo
und überholen noch ein paar Gruppen, die vor uns losgegangen sind (Aly bleibt
bei der Reisegruppe). Die Lichter von den Taschenlampen wollen wir echt nicht
haben, schnaufende Leute vor uns schon gar nicht. Die Landschaft im Mondschein
und mit Sternenhimmel ist unglaublich schön!
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| Geschafft! Rebecca, Youssef, ich und David am Gipfel |
Nach 1,5h kommen wir doch etwas
erschöpft am Gipfel an. Viel zu früh wie sich herausstellt, denn die Sonne geht
erst um ca. halb 5 auf. Zumindest sind (fast) keine Leute oben und wir können
uns den besten Platz sichern. Beim Warten auf 2285Hm wird es dann aber doch
ziemlich kalt. Die Beduinen, die Decken verkaufen und verleihen, machen bei den
nach und nach ankommenden Leuten auf jeden Fall ein gutes Geschäft! Beim Sonnenaufgang
ist der Gipfel dann extrem voll. Unsere Platzwahl war perfekt und der Moment
könnte nicht besser sein. Ich glaube ich habe noch nie einen so schönen
Sonnenaufgang erlebt!
Kurz darauf strömen die Massen auch
schon wieder nach unten. Wir warten lieber noch ein bisschen und genießen den
Ausblick auf die umliegenden Berge. Der Abstieg über einen anderen Weg bietet
unglaublich schöne Steinformationen, die von den teilweise sehr tollpatschigen
Leuten ablenken. Mit ein bisschen Trittsicherheit können wir die Meisten aber
abseits vom Weg überholen. ![]() |
| Warten auf den Sonnenaufgang |
Um 7 sind wir dann zurück beim Kloster und streunen
durch die Gärten. Wir entdecken einen kleinen Eingang und versuchen unser
Glück, werden aber von einem Mann hinausgescheucht – das Kloster öffnet erst um
9 für Besucher. Dann ruft uns jedoch ein
Priester nach und fragt, ob wir hier sind um das Kloster zu sehen und ob wir
mit den anderen Priestern gemeinsam frühstücken wollen. Natürlich gerne!
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| Blick auf das Kloster beim Abtieg |
Ich bin
nur mit David unterwegs, die Anderen haben ein gemütlicheres Tempo für den
Rückweg gewählt, und wir werden durch verschiedene Gänge und Gassen zu einem
Raum gebracht, in dem schon ein paar Priester sitzen. Tee und Cafe wird uns
angeboten und ägyptische Süßspeisen stehen auf dem Tisch – unsere Mägen knurren.
Wir sind die einzigen Touristen und haben keine Ahnung, wie wir uns verhalten
sollen. Mit einem Priester gelingt ein kurzes Gespräch auf Englisch (es wird
Griechisch im Kloster gesprochen, unser Arabisch ist nutzlos), die meiste Zeit
sitzen wir aber schweigend in unserm Teil des Zimmers, während die Priester auf
der anderen Seite sitzen. Nach dem Frühstück bedanken wir uns herzlich und
werden von einem Mann hinausgeführt. Eine wirklich einzigartige Erfahrung! Wir
sind baff und können unser Glück kaum glauben.
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| Frühstück im Kloster |
Kurz darauf treffen wir Rebecca
und Youssef, Aly kommt auch bald. Die Rückreise zögert sich dann in die Länge,
weil irgendein Checkpoint beschlossen hat, Autos erst ab 11 durch zu lassen –
Ägypten eben. Zum Glück haben wir bei den Priestern gefrühstückt, die Anderen
kaufen sich was bei einem überteuerten Kiosk. Der Schlafmangel macht sich jedoch
bemerkbar und wir sind froh, als wir endlich im Bus sind. Auf der Fahrt
entschließen wir dann spontan am selben Tag nach Abou Ghaloum zu fahren. So
leicht wollen wir uns nicht geschlagen geben und es ist die letzte mögliche
Nacht bevor ich zurück nach Kairo muss. Rebecca ruft einen Kontakt an und
innerhalb von einer halben Stunde ist alles organisiert.
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| Frühstück bei unserem Lieblingslokal |
Aly ist zu fertig um mitzumachen. Er
ist physisch wirklich an und über seine Grenzen gegangen, ich war positiv
überrascht ihn am Gipfel zu sehen aber danach war er nicht mehr wirklich
ansprechbar. Nach dem Essen bei unserem Lieblingsägypter und einer Dusche geht
es dann auch schon wieder los. Dieses Mal sind wir um 3 Uhr beim Checkpoint und
um die Info schlauer, dass wenn man (angeblich) in einem hinter dem
Kontrollposten liegenden Hotel übernachtet, zu jeder Zeit durchgelassen wird.
Also alles easy, wir dürfen durch.
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| Wir und die Kamele |
Nach 10min kommen wir beim „Blue
Hole“, einem Schnorchel- & Tauchparadies, an. Hier warten 4 Kamele und 2
Beduinenjungen auf uns und wir satteln auf. Die Kinder führen uns sicher nach
Abou Ghaloum. Der wunderschöne Weg – auf der einen Seite Wasser, auf der
anderen Felswände – dauert über eine Stunde und beim Absteigen schmerzen meine
Oberschenkel ziemlich – ich will nicht wissen wie das für David & Youssef
ist! Das Dorf besteht aus vielen kleinen Strohhütten direkt am Meer und es gibt
weder Strom noch fließendes Wasser. Wir bekommen zwei nebeneinander liegende
Zimmer zugewiesen, direkt vor unserer Hütte ist eine überdachte Polsterecke mit
Tisch – ziemlich chillig! Nach dem Schwimmen im glasklaren Wasser wird es
langsam dunkel. Bei Kerzenschein bekommen wir unser Abendessen und lassen den
Tag ausklingen. Es ist so entspannt, dass niemand wirklich schlafen gehen
möchte. Wir sind aber gleichzeitig so fertig von den vergangenen Ereignissen,
dass wir schon um ca. 11 aufgeben und augenblicklich auf den Matratzen am Boden
einschlafen. Ich habe selten so gut geschlafen!
Am Morgen durchdringen
Sonnenstrahlen von allen Seiten das Zimmer und ein leichter Wind bewegt die
Strohhalme, was ein angenehmes Geräusch erzeugt. Ich will nie mehr von hier
weg! Zum Aufwachen schwimmen wir im Meer, danach werden wir von Ahmed, einem Beduinen
und Wakeboarding-Lehrer, auf einen Cafe eingeladen. Und irgendwie endet es
damit, dass wir alle Yoga machen! Ein unglaublicher Ort, leider warten aber
schon unsere Kamele auf uns und wir reiten (mit Schmerzen ;)) zurück zum Blue
Hole.
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| Coming back Inshaallah! |
Am Abend sind wir dann wieder zurück
in Dahab. Es ist schon mein letzter Abend und in der Nacht geht der Bus zurück
nach Kairo. Wenn ich könnte, würde ich länger bleiben aber auch so waren es ein
paar unvergessliche Tage! (Und ich habe auf der Rückfahrt praktisch durch
geschlafen – Checkpoints hin oder her, es war eine sehr intensive Zeit!)














1 Kommentar:
Ein Wahnsinn, das war ja wirklich ein genialer Kurzurlaub. Wir sind ein bisschen neidisch und mittlerweile wieder im Alltag.
LG papatom
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